Revitalisierung Ragower Moor und Wellenlauch im Naturpark Schlaubetal

Die Ranger im Naturpark Schlaubetal begleiten wichtige Baumaßnahmen im Ragower Moor und Wellenlauch. Sie hoffen, dass die Grabenverschlüsse künftig mehr Wasser halten können, um so seltene und spezialisierte Pflanzengesellschaften zu retten. Für den Umbau der Überfahrt an einem Rohrdurchlass hat der Wasser- und Bodenverband „Schlaubetal/ Oderauen“ eine neue Sohlgleite gebaut.

„Wir müssen dringend das Austrocknen des Ragower Moors verhindern und die ursprünglichen Wasserbedingungen wiederherstellen“, erklärt Ranger Nico Brunkow. Im Naturpark Schlaubetal gibt es viele kleine Moore und Wasserhaltung in der Landschaft ist ein zentrales Anliegen in Zeiten zurückgehender Niederschläge. Im Ragower Moor wurde im Dezember 2025 als erste Maßnahme eine sogenannte Lehmplombe in einen Graben gebaut. Sie soll das Abfließen des Wassers verhindern und so unter anderem die hoch spezialisierten und gefährdeten Pflanzenarten Torfmoos, Moosbeere und Weißes Schnabelried im Moor erhalten. Als Stiftungsprojekt des NaturSchutzFonds Brandenburg wurden die Baumaßnahmen vom Wasser- und Bodenverband „Schlaubetal/ Oderauen“ durchgeführt und von den Rangern des Naturpark Schlaubetal begleitet. Zuerst wurde der organische Boden auf einer Länge von etwa fünf Metern im Graben ausgehoben, sodass das bindige, wasserundurchlässige Material mit der mineralischen Bodenschicht abschließt und eine Art Stöpsel aus Lehm bildet. 

„Nun müssen wir auf viel Regen hoffen“, meint Nico Schröder, Leiter des Stiftungsprojekts. Das Wasser-Einzugsgebiet drumherum ist klein und die Wasserverbraucher vielzählig, denn vor allem Kiefern und Birken entziehen dem Moor das kostbare Nass.

Im Wellenlauch, nahe dem Ragower Moor, ist ebenfalls eine solche Lehmplombe eingesetzt worden und an einer zweiten Stelle hat der Wasser- und Bodenverband (WBV) eine Überfahrt umgebaut. Hier wurde ein Rohrdurchlass aus Beton aus einem wasserabführenden Graben entfernt und die Überfahrt neu modelliert. Für die Standsicherheit wurden beidseitig Reihen aus Robinienpfählen in das Grabenprofil eingebracht. Danach wurde ebenfalls alles mit Lehm verfüllt und die Oberfläche mit einer Steinschüttung befestigt, um diese Stelle weiterhin als Überfahrt nutzen zu können. „Für uns ist die Bauweise einer überfahrbaren Sohlgleite neu. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass das gut funktioniert“, sagt Holger Rönitz vom WBV.

Wie sich die Wasserstände entwickeln, werden die Ranger der Naturwacht unter anderem anhand des Lattenpegels beobachten.

Gebiet

  • Naturpark Schlaubetal

Meldung vom 28.04.2026