Naturwacht Schlaubetal sucht Spuren der scheuen Wildkatze

Seit fünf Jahren suchen die Ranger im Naturpark Schlaubetal mithilfe von Lockstäben nach Spuren der Wildkatze. Beim Monitoring von Februar bis April bekommen sie Hilfe von ehrenamtlichen Naturfreunden.

Die Ranger vermuteten bereits, dass die Wildkatze ihren Weg in den Naturpark Schlaubetal gefunden haben könnte, doch erst das jahrelange Monitoring brachte den sicheren Nachweis. Eine der Haarproben, die Mario Bortel als ehrenamtlicher Helfer der Naturwacht gesammelt hatte, stammte tatsächlich von einer Wildkatze. „Ich habe mich riesig gefreut, dass ausgerechnet an einem der Lockstöcke, die ich betreue, eine Wildkatze ihre Spuren hinterlassen hat.“, sagt der leidenschaftliche Naturfotograf. Mario Bortel hofft nun, das scheue Wildtier auch bald vor die Kamera zu bekommen. 

Um ihr Vorkommen im Schlaubetal zu bestätigen und weitere Individuen in der Region nachzuweisen, findet auch in diesem Jahr wieder von Februar bis Ende April das Wildkatzenmonitoring statt. Während der Paarungszeit der Wildkatze werden dafür mithilfe von Lockstöcken Haarproben gesammelt. Diese sogenannten Katzenstöcke sind innerhalb eines 10 mal 10 Kilometer großen Areals (definiertes Messtischblatt) an aussichtsreichen Plätzen im Schlaubetal verteilt. Für das Monitoring werden die Stöcke alle sieben bis zehn Tage kontrolliert und frisch mit einer Baldriantinktur eingesprüht. Dieser Duft soll vorbeiziehende Wildkatzen anlocken, damit sie beim Reiben an den angerauten Lockstöcken Haare samt Wurzel hinterlassen. Die Haare werden im Labor genetisch untersucht, um sie zweifelsfrei der Wildkatze zuordnen zu können. 

Mit ihrem im Vergleich zu Hauskatzen massigerem Körper, dem dicken geringelten Schwanz mit stumpfer Spitze und dem schwarzen Aalstrich auf dem Rücken, können Wildkatzen auch über Fotos und Fotofallen identifiziert werden. Dennoch benötigt es eine abschließende genetische Bestimmung, auch um Wild-Hauskatzen Mischlinge auszuschließen. Über ein flächendeckendes Monitoring lassen sich zudem auch Aussagen über Wanderverhalten und Ausbreitung der seltenen Beutegreifer treffen.

„Die Rückkehr der Wildkatze ist ein großer Naturschutz-Erfolg und zeigt den Wert großflächiger, störungsarmer Waldgebiete. Viele weitere Arten wie Bechsteinfledermaus und Mittelspecht profitieren ebenfalls von strukturreichen Wäldern, in denen Lichtungen Nahrung bieten und Totholz Rückzugsräume für die Aufzucht der Jungen“, erklärt Nico Brunkow, Ranger im Naturpark Schlaubetal. Seit fünf Jahren koordiniert er mit seinem Team der Naturwacht und dem BUND als wichtigen Partner die Ehrenamtlichen Helfer. „Ohne Freiwillige wäre die Kontrolle der insgesamt 21 Lockstöcke kaum zu schaffen.“, betont Nico Brunkow, aber nur so können die Naturschützer die Verbreitung der scheuen Katze ermitteln.

Wer mehr über die Lebensweise der Wildkatze erfahren möchte, ist herzlich zu der Veranstaltung des Fördervereins Naturpark Schlaubetal e.V. „Faszination Schlaubetal“ eingeladen. Der Vortrag zum Thema Wildkatze findet am 14.11.2026 im Schützenhaus in Müllrose statt.

 

Hintergrund Wildkatze

Die Wildkatze galt jahrzehntelang als ausgestorben in Brandenburg. Nun kehrt das scheue Säugetier zurück. Der Waldumbau und mehr Totholz in den Wäldern begünstigen die Wiederbesiedlung in Brandenburg. Wildkatzen leben bevorzugt in großen und möglichst ungestörten Wäldern, wie sie in den Wildnis- oder manchen Naturschutzgebieten vorkommen. Der genetische Erstnachweis in Brandenburg gelang 2007. Das Wildkatzenmonitoring ist Teil des BUND-Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“, das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert wird. Koordiniert wird es in Brandenburg vom Artenkompetenzzentrum des Landesamtes für Umwelt in Zippelsförde. Hier geht man davon aus, dass die Wildkatze Mitte der 2010er Jahre Brandenburg aktiv wiederbesiedelt hat. Ab 2018 folgten mehre genetische Nachweise

Gebiet

  • Naturpark Schlaubetal

Meldung vom 25.03.2026