Vögel füttern

Infolge des Klimawandels und der intensiven Landwirtschaft gibt es immer weniger Insekten und Samen für die Wildvögel zu fressen. Darüber hinaus reifen in zu trockenen oder feuchten Sommern die Samen der Pflanzen nicht gut. Deshalb ist die Fütterung von Singvögeln das gesamte Jahr über sinnvoll. Denn im Frühjahr und Sommer benötigen die Tiere viel Energie, um ihre Jungen aufzuziehen. Sobald es im Herbst kälter wird, benötigen sie enorme Mengen Energie, um sich warm zu halten.

Da jede Art andere Vorlieben hat, sollte das Futterangebot möglichst ausgewogen sein. Die einen mögen eher Weichfutter wie Rosinen, Mehlwürmer und Äpfel, die anderen mögen lieber Sämereien und Nüsse.

Wenn Ihr Eure Futtermischung selbst zusammenstellen möchtet, findet Ihr hier eine kleine Liste möglicher Bestandteile:

Getreide:

  • Dinkel

  • Hafer

  • Hirse und/ oder Hirsekolben

  • Weizen

Sämereien und Nüsse:

  • Buchweizen

  • Hanfsamen

  • Leinensamen

  • Sonnenblumenkerne

  • Hasel-, Erd- und Walnüsse (gehackt oder in der Schale)

Weichfutter:

  • Mehlwürmer (diese gibt es getrocknet zu kaufen)

  • Rosinen

  • Getrocknete Berberitzenbeeren

  • Äpfel

Einen kleinen Überblick, welche Vogelart welche Vorlieben hat, findet Ihr auch auf diesem Poster vom NABU zum Download.

Wie wir Menschen, essen auch die Vögel gern an einem sauberen und trockenen Plätzchen. Deshalb ist es wichtig zu beachten, dass Eure Futterstelle und auch das Futter immer sauber und trocken gehalten werden, um die Ausbreitung von Krankheitskeimen zu verhindern. Ein größerer Dachüberstand bei den Futterspendern verhindert, dass Niederschläge das Futter durchweichen. Weiterhin haben Futterspender gegenüber Futterhäuschen den Vorteil, dass die Vögel nur am Rand sitzen und nicht durch das Futter laufen und es dabei verschmutzen. Es gibt jedoch auch Vögel, wie beispielsweise Gimpel, Rotkehlchen, Amseln, Grün- oder Buchfinken, die nicht gern in ein Vogelhäuschen oder an einen Futterspender gehen. Sie nehmen ihr Futter lieber vom Boden auf. Wenn es bei Euch solche Vögel gibt, dann streut gern ein paar Hände voll Körnerfutter um die Futterstelle auf den Boden - Ihr werdet staunen, wie schnell das Futter verzehrt wird. Je nach Region und Jahreszeit könnt Ihr an den Futterstationen neben Vögeln vielleicht auch Eichhörnchen oder Gartenschläfer beobachten, die die angebotenen Leckereien ebenso gern mögen.

Wenn man einen Futterspender frei und etwas höher aufhängt, haben die Vögel die Chance, nach allen Seiten Ausschau zu halten, ob irgendwo ein Raubvogel oder eine Katze lauert. Dies ist unseren kleinen gefiederten Gästen genauso wichtig, wie die regelmäßige Fütterung immer am gleichen Platz, denn sie gewöhnen sich sehr schnell daran.

Möchtet Ihr selbst einen Futterspender bauen?

Der Film des NABU Futterhaus selbst bauen - Julian auf "Mission Grün!" zeigt Euch in ca. 5 Minuten wie es geht. Die Bauanleitung und eine Schablone könnt Ihr natürlich auch beim NABU direkt herunterladen.

Basteltipp: Meisenknödel, Futterglocken und mehr

Möchtet Ihr gern Meisenknödel, Futterglocken oder kleine Figuren selbst basteln? Schaut Euch gern den Film des NABU „Vogelfutter selbst gemacht - Julian auf "Mission Grün" an.

Ein kleiner Tipp: Wenn Ihr keinen Rindertalg, wie im Video beschrieben, bekommt, genügt reines Kokosfett mit etwas Pflanzenöl. Eine Bio-Qualität ist auch nicht zwingend notwendig, denn die Vögel freuen sich in jedem Falle über die Futterspende.

Bitte erwärmt das Fett nur kurz, lasst es nicht sieden. Anschließend könnt ihr gehackte Nüsse, Getreide, Sämereien oder Mehlwürmer unter das Fett mengen. Sobald die Masse formbar ist, ist Eurer Kreativität keine Grenze gesetzt. Ob Ihr die Masse in Pinienzapfen, Ausstechformen, halbierte Kokosnussschalen oder leere Toilettenpapierrollen streicht (die Pappe wird nach dem Aushärten entfernt), bleibt Euch überlassen. Vergesst den Platzhalter für die Schnur nicht!

Wenn ihr Meisenknödel formt, steckt sie bitte nicht in Kunststoffnetze, da sich die Vögel darin verfangen und verletzten können. Platziert beim Formen einfach ein Stück Schnur in der Mitte, die mindestens 15 cm aus dem Teig heraus schaut. Dann könnt Ihr den Knödel später einfacher aufhängen und die Vögel halten sich an der Schnur oder am Knödel selbst fest.