Die spannende Welt der Honigbienen

Die Meisten von Euch essen bestimmt gern ein Honigbrötchen zum Frühstück oder trinken warme Honigmilch. Viele von Euch haben sich sicher auch schon einmal gefragt, was in solch einem Bienenvolk so vor sich geht und wie die Bienen Wachs und Honig herstellen.

Bienen sind ein sehr spannendes Thema. Je mehr man über sie erfährt, desto mehr möchte man über sie wissen. Wenn Ihr schon einmal die Gelegneheit hattet, einem Imker über die Schulter zu schauen und zu helfen, sind Euch gewiss auch ganz viele Fragen eingefallen. Einige davon findet Ihr im Folgenden erklärt. 

 

Wenn ein Imker an seine Beute (das ist die Wohnung der Honigbienen) geht und diese öffnet, dann ist es darin ganz warm, duftet herrlich nach Wachs, Honig und Propolis.

Nun werdet Ihr fragen:

Was ist Propolis?

Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet "für die Stadt". Propolis ist ein Kittharz, dass die Bienen selbst aus dem Harz/ Saft von Bäumen und Knospen herstellen und überall verteilen, um zugige Ritzen zu verschließen und auch um Krankheitserreger von ihrem Volk fernzuhalten. Die Menschen benutzen dieses klebrige Harz auch in der Kosmetik und Medizin, weil es ein natürliches Antibiotikum ist.

Warum gibt der Imker Rauch auf die Bienen?

Wenn der Imker die Beute geöffnet hat, dann nimmt er einen sogenannten Smoker, um etwas Rauch auf die Bienen zu geben. Das verhindert, dass die Bienen unruhig werden und auffliegen, um die vermeintliche Gefahr zu untersuchen. Die Bienen denken dann, dass es irgendwo brennt und laufen schnell zu ihren Honigvorräten, um so viel wie möglich davon zu trinken. Auf diese Weise bereiten sie sich auf ein mögliches Verlassen des Stocks vor und können Proviant mitnehmen. Den Zeitraum, in dem die Bienen den Honig trinken, nutzt der Imker, um zu sehen, ob es seinem Volk gut geht und zu entscheiden, welchen Schritt er als nächstes macht. Dazu nimmt der Imker die Rähmchen (das sind kleine Holzrahmen, in denen die Bienen ihre Waben bauen) und schaut, ob die Bienen ein ordentliches Brutnest angelegt haben, wie viele Honigvorräte die Bienen besitzen, ob sie genug Pollen gesammelt haben, um ihre Brut füttern zu können oder ob das Volk vielleicht schwärmen möchte.

Wie viele Eier legt eine Königin?

Eine Bienenkönigin legt je nach Jahreszeit und Außentemperatur unterschiedlich viele Eier. Im Herbst und zeitigen Frühjahr legt die Königin nur sehr wenige Eier, das Brutnest ist also sehr klein, denn die Bienen benötigen viel Energie, um die Larven warm zu halten. Wenn es im Winter sehr kalt draußen ist und Ihr einen Schneemann baut, rodeln oder Schlittschuh laufen geht, kuscheln sich die Bienen ganz eng zu einer Traube zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. In dieser Zeit haben die Bienen gar keine Brut.

Sobald es jedoch wärmer wird, legt die Königin täglich mehr Eier. Der Imker sagt zur Eiablage auch "stiften", weil die Eier aussehen wie winzige Stäbchen.

Bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni legt die Königin täglich ihr eigenes Körpergewicht an Eiern - ca. 2000 Stück pro Tag. Da wird es ganz schön eng im Bienenstock. Es leben dann 40.000 bis 60.000 Bienen in einer Beute.

Bevor es zu eng für die Bienen wird, erweitert der Imker die Beute, indem er einfach weitere Kästen, die sogenannten Zargen, auf die Bienenbehausung oben aufsetzt oder in der Beute mehr Platz durch die Verschiebung von hölzernen Trennwänden schafft. Einerseits haben die Bienen nun die Möglichkeit mehr Honig einzulagern, andererseits wird dadurch zumindest zeitweise verhindert, dass die Bienen in Schwarmstimmung kommen. Das bedeutet, dass die Arbeiterinnen am Rand der Brutwaben viele längliche Zellen zur Aufzucht von neuen Königinnen bauen und sich gleichzeitig damit auf einen Auszug wenige Tage später vorbereiten.

Nach der Sommersonnenwende legt die Königin täglich immer weniger Eier. Ende Juli oder Anfang August beginnen die Sommerbienen damit, Winterbienen großzuziehen, die das Überleben der Königin und somit des Volkes bis zum Folgejahr sichern sollen. Da das Volk nach der Sommersonnenwende kleiner wird und auch kaum noch Honig produziert, verringert der Imker die Größe der Beute, indem er die Zargen wieder abnimmt.

Also solltet Euch jemand einmal fragen, warum die Bienenbeuten eines Imkers im Verlauf des Jahres verschieden groß sind, könnt Ihr antworten: Weil ein Bienenvolk, je nach Jahreszeit, verschieden groß ist!

(Weitere Infos dazu findet Ihr in der Klappbox "Wußtet Ihr, dass...")

Warum schwärmen Bienen?

Bienen schwärmen, weil sie sich auf diese Weise vermehren. Jedes Volk kommt ein bis drei Mal im Jahr in Schwarmstimmung.

Die Schwarmzeit liegt zwischen April und Juli. Deshalb kontrolliert der Imker wöchentlich sein Volk. Er schaut, ob die Bienen große, längliche Zellen an den Rand der Waben angebaut haben, die sogenannten Schwarmzellen. Darin werden junge Königinnen herangezogen. Sind Schwarmzellen vorhanden, zieht binnen weniger Tage die alte Königin mit einem Teil des Volkes aus und sucht sich ein neues Zuhause. Das schwärmende Volk bevorzugt große Baumhöhlen mit einem kleinen Zugang in 3-5 m Höhe.

Um das Schwärmen zu verhindern, greift der Imker ein. Für gewöhnlich entnimmt er die Waben mit den Schwarmzellen sowie Bienen, die die Pflege der Brut übernehmen und setzt sie in eine andere Beute um. Dort kann in Ruhe die neue Königin schlüpfen. Nach einigen Tagen geht die junge Königin dann auf ihren Hochzeitsflug, bei dem sie sich mit vielen Drohnen auf einmal paart. Danach kehrt sie zurück und gründet ein neues Volk.

Wenn Ihr mehr über die spannende Welt der Honigbienen erfahren wollt, dann schaut Euch gern das Video "Anna und die wilden Tiere - Imker Sepp und seine Bienen" an.

 

 

Wusstet Ihr, dass…

... es 3 Bienenwesen in einem Stock gibt?

  1. die Königin - nur sie legt Eier und entscheidet, ob

  2. Drohnen (die Bienenmänner) oder

  3. Arbeiterinnen aus den Eiern schlüpfen?

... die größe der Zelle der Königin einen Hinweis darauf gibt, ob sie ein befruchtetes oder unbefruchtetes Ein hinein legen kann?

... Drohnen aus einem unbefruchteten Ei schlüpfen?

... Arbeiterinnen aus einem befruchteten Ei schlüpfen?

... es an der Dauer der Fütterung mit Gelee Royal liegt, ob aus einer weiblichen Larve eine Königin oder Arbeiterin wird? Gelee Royal ist ein Futtersaft, den die Arbeiterinnen mit einer Drüse am Kopf erzeugen, um die Larven zu füttern. Die Königinnenbrut erhält 5 Tage lang dieses Sekret als Futter. Die Arbeiterinnenbrut wird 3 Tage damit gefüttert, anschließend erhalten die Larven Bienenbrot, Pollen und Honig.

... Bienen Wachs schwitzen? Ab dem 12. Lebenstag sind Bienen in der Lage Wachs zu produzieren. Sie besitzen auf der Unterseite Ihres Hinterleibs 8 Wachsdrüsen. Aus diesen pressen sie das Anfangs flüssige Wachs heraus, das an der Luft fest wird. Zunächst sind die Wachsschüppchen nahezu durchsichtig. Wenn die Biene mehrere Schüppchen mit ihren Mundwerkzeugen, den sogenannten Mandibeln, verknetet und mit Speichelsekret vermengt, kann sie das Wachs Stück für Stück verbauen. So entstehen nach und nach die Waben. Durch eingelagerten Honig, Pollen oder die Nutzung der Zellen zur Brutaufzucht, verfärbt sich das Wachs mit der Zeit und wird immer dunkler.

... es mindestens 3 Wochen dauert, bis aus dem Nektar Honig gereift ist? Nektar, also der süße Saft der Blüten, besteht zu ca. 70 - 80 Prozent aus Wasser. Der Rest ist vor allem Zucker. Wenn die Flugbienen Nektar an den Blüten sammeln, dann transportieren sie diesen in ihrem Honigmagen. Dort wird er mit Enzymen angereichert. Im Stock angekommen, würgen sie den mitgebrachten Nektar in eine Zelle, die sie für passend befunden haben. Im Verlauf der nächsten 3 Wochen wird der Nektar noch mehrfach von anderen Bienen wieder aufgenommen, erneut mit Enzymen versetzt und in andere Zellen im Bienenstock umgetragen. Da es im Bienenstock sehr warm ist, verdunstet ein Teil des enthaltenen Wassers, so dass der Nektar so dick wie Sirup wird. Durch den hohen Zuckergehalt, den Zusatz von Enzymen und den Entzug des Wassers wird mit der Zeit aus dem Nektar Honig. Dieser ist, wenn der Wassergehalt unter 20 Prozent gesunken ist theoretisch unbegrenzt haltbar. Da Honig aber Wasser anzieht, wenn er nicht gut verschlossen gelagert wird, geht er leicht in Gärung über. Deshalb versiegeln die Bienen die Zellen, in denen sie den Honig lagern mit Wachsdeckeln.

... es Bienenbrot gibt? Es es wird auch Perga genannt und schon seit Jahrhunderten von den Menschen als vitaminreiche Energienahrung geschätzt. Die Bienen stellen es zur Fütterung ihrer Larven und für sich selbst her. Es besteht aus Pollen, Honig und Drüsensekret, dass in die Zelle hineingepresst und mit Propllis zur Reifung und Konservierung überzogen wurde.

... die Arbeiterinnen ganz demokratisch entscheiden, ob eine neue Königin herangezogen wird?

... eine Königin zwischen 4 und 6 Jahre alt werden kann?

... Bienen zittern, um Wärme zu erzeugen? Auf diese Weise wird die Brut gewärmt. Dazu kriechen die Bienen vorwärts in eine Zellen zwischen der Brut und heizen die umliegenden Zellen durch Zittern mit ihrer Brustmuskulatur auf.

... die Temperatur im Brutnest zwischen 35°C und 36°C beträgt - genau wie Eure Körpertemperatur?

... es Sommer- und Winterbienen gibt?

  • Sommerbienen sind Arbeiterinnen, die nur ca. 40 Tage alt werden.

  • Winterbienen leben ca. 6 Monate und sind deutlich kleiner als Sommerbienen.

... die Bienen im Winter in einer Traube zusammengekuschelt sitzen, in deren Mitte die Königin sitzt?

  • In der Mitte der Wintertraube herrschen ca. 28°C, egal wie kalt es draußen ist.

  • Die Traube bewegt sich ganz langsam durch den Stock, um an die Honigvorräte zu gelangen, die sie zur Nahrung und Wärmeerzeugung benötigen. 

... 10 Arbeitsbienen zusammen 1 g wiegen?

... eine Sommerbiene je nach Alter verschiedene Aufgaben hat?

  • Tag 1-2 Zellen Putzen und Brut wärmen

  • Tag 3-5 Füttern der älteren Larven

  • Tag 6-11 Füttern der jüngsten Larven

  • Tag 12-17 Wachserzeugung, Wabenbau und Futter umtragen

  • Tag 18-20 Fluglochwache

  • ab Tag 20 bis maximal Tag 42 Blütenbesuch und -bestäubung, Sammeln von Pollen, Nektar, Kittharz zur Propoliserzeugung

... die Art des enthaltenen Zuckers im Honig entscheident dafür ist, ob er auskristallisiert oder nicht? Je mehr natürlicher Fruchtzucker in einem Honig enthalten ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er auskristallisiert. Je mehr natürlicher Trabenzucker im Honig enthalten ist, desto schneller kristallisiert dieser aus. Ein reiner Akazienhonig kristallisiert nicht aus, weil sein Zuckeranteil aus nahezu 100 % Fruchtzucker besteht. Ein Lindenblütenhonig hingegen kristallisiert binnen weniger Monate aus, weil er deutlich mehr Traubenzucker enthält. (Wenn Ihr Honig lieber flüssig mögt, dann stellt das Glas in ein handwarmes Wasserbad. Dann wird er von allein wieder flüssig.)

... Arbeitsbienen am ganzen Körper behaart sind? Haare benötigen die Bienen, um Pollen, die eine eiweißreiche Nahrung bilden, zu sammeln. Pollen sind die männlichen Keimzellen der Blütenpflanzen, die an den Staubblättern hängen. Während die Bienen von einer Blüte zur anderen wechseln, bleiben viele Pollen in ihrem Pelz hängen, einige davon bleiben an den Narben, also den weiblichen Blütenorgangen haften. Auf diese Weise erfolgt die Bestäubung der Blütenpflanzen durch Insekten. Die Bienen selbst haben kleine Bürsten an den Beinen, mit denen sie sich die Pollenkörner aus dem Pelz kämmen und in kleinen "Körbchen" am hinteren Beinpaar befestigen. Es sieht bei den Bienen dann oft aus, als hätten sie kleine Höschen an, wenn sie vom Pollensammeln zurückkehren.

... eine sogenannte "Drohnenschlacht" gibt? Zwischen 500 und 1000 Drohnen leben zwischen Mai und August im Bienenvolk. Ihre Lebenserwartung beträgt zwischen 4 und 8 Wochen. Sobald sich ein Drohn mit einer Jungkönigin paart, stirbt er. Drohnen sind nicht in der Lage selbst Nektar zu sammeln, weil sie nicht die passenden Mundwekzeuge dazu haben. Deshalb müssen sie stets von den Arbeiterinnen gefüttert werden. Im August bietet die Natur nicht mehr genug Nektar, um die hungrigen Drohnen durchzufüttern und die Schwarmzeit ist vorbei. Die Drohnen können ihren Zweck, die Weitergabe der Gene des Volkes, nicht mehr erfüllen. Um das Überleben des Volken über den Winter zu sichern, vertreiben die Arbeiterinnen die Drohnen von den Futterplätzen und zerren sie sogar teilweise aus dem Stock, um sie nicht mehr einzulassen. Die Drohnen verhungern außerhalb des Bienenstocks. 

... die Königin stetig Duftstoffe abgibt, um ihr Volk zusammen zu halten? Diese Duftstoffe, sogenannte Pheromone, verhindern auch, dass die Arbeiterinnen beginnen, Eier zu legen. Wenn eine Königin stirbt (beispielsweise im Winter), und die Arbeiterinnen es nicht rechtzeitig schaffen, eine neue Königin heranzuziehen, verändern sich die Körper einiger Arbeiterinnen und sie beginnen unbefruchtete Eier zu legen, um ihre eigenen Gene weiterzugeben.

... ein Imker am Summton hören kann, in welcher Stimmung einzelne Bienen oder das gesammte Bienenvolk ist?

... das Flugverhalten vor dem Flugloch dem Imker Hinweise gibt, ob sich die Bienen wohl fühlen oder ob sie aufgeregt sind?