Schlaubemühlen

Müllroser Mühle

Müllroser Mühle

Von allen Mühlen der Region ist die Müllroser Mühle die einzige, die heute noch - als moderner Betrieb - arbeitet. Sie ist auch die älteste der Mühlen entlang der Schlaube und wurde bereits 1275 in einer Urkunde des Ortes Melrace (Müllrose) als slube moln erwähnt. 1839 wurde die kleine Wassermühle zum industriellen Großbetrieb umgerüstet. 1865 erfolgte hier der Einsatz der ersten Dampfmaschine für den Mühlenbetrieb. Heute werden täglich 125 Tonnen Weizen und 80 Tonnen Roggen aus der Mark Brandenburg, insbesondere dem Oderbruch und der Ziltendorfer Niederung verarbeitet.

Ragower Mühle

Ragower Mühle

Im 12. Jahrhunder gründete der Johanniter-Orden zu Friedland eine Wassermühle an der Schlaube. Im 14. Jahrhundert wurde die Mühle durch das Gut Ragow erworben, welches namensgebend war. Seit 1743 wurde die Mühle erweitert und konnte neben dem Mahlbetrieb auch als Schneidmühle genutzt werden. Das heutige Mühlengebäude wurde um 1810 errichtet. Der Mühlenbetrieb wurde bis 1968 als Öl- und Sägemühle fortgesetzt. Eine Stomerzeugung erfolgte bis 1964 über das Schaufelrad mit Turbinen, die zum Teil noch vorhanden sind. Die Ragower Mühle ist heute zugleich Ausflugsgaststätte und Technisches Denkmal. In jüngerer Zeit hat der Besitzer zunächst die Inneneinrichtung liebevoll restauriert und danach auch das Turbinenhaus mit dem Wasserrad erneuert. Zu besonderen Anlässen, wie dem Deutschen Mühlentag oder nach Voranmeldung, sind nun auch wieder Schauvorführungen in der Ragower Mühle möglich.

Mittelmühle

In der Mitte zwischen Kupferhammer und Ragower Mühle standen bis 1970 die Gebäude der Mittelmühle. 1420 wurde sie erstmals unter dem Namen Schernsdorfer Mühle erwähnt. Die Mahlgäste waren hauptsächlich die Schernsdorfer Bauern. Es wurde Mehl gemahlen und Gerste geschrotet. Nach über 500 Jahren Betrieb als Getreidemühle, wurde hier von 1950 - 1970 eine Jugendherberge betrieben. Heute findet man, nach dem Abriss der Gebäude, unweit einer Holzbrücke über die Schlaube, nur noch Fundamentreste sowie die Überreste des Mühlendeiches und des Zuleitungskanals.

Kupfermühle

Kupfermühle

Die Mühle bei Kupferhammer wurde im 16. Jahrhundert überregional bekannt, weil dort zunächst ein Kupferhammer zum Schmieden von Kupferwaren bestand. Das Kupferhammerwerk wurde 1553 errichtet und sowohl mit Genehmigung des Abtes Neuzelle als auch des Johanniterordens betrieben.

1568 folgte ein Eisenhammer, der aus dem Schlaubetal gewonnenes Raseneisenerz verarbeitete.

1734 wurde der Kupferhammer, bedingt durch Ein- und Ausfuhrbeschränkungen auf dem Kupfermarkt, stillgelegt. 1830 gab es eine Umstellung auf die Tuchfabrikation.

Um 1900 wurde aus dem Haus eine Schankwirtschaft.

Von 1926 - 1950 versorgte der Kupferhammer die Orte Kupferhammer, Siehdichum und Schernsdorf mit elektrischem Strom, der durch Wasserkraft erzeugt wurde.

An die Mühle bei Kupferhammer erinnert heute die Gaststätte sowie der Anstau der Schlaube, der heute nur noch der Wasserhaltung der oberhalb gelegenen Schlaubeseenkette dient. An Stelle des Wehres findet sich jetzt ein Gerinne, in dem die Schlaube den Höhenunterschied über 18 Schwellen allmählich überwindet sowie eine Wanderung der wasserbewohnenden Lebewesen auch stromaufwärts ermöglicht.

Bremsdorfer Mühle

Bremsdorfer Mühle

Die Anfang des 16. Jahrhunderts erbaute Bremsdorfer Mühle war, mit ihrem malerischen Fachwerk aus dem 18. Jahrhundert, seit jeher die schönste unter den Schlaubemühlen. Ab 1858 wurde sie als Mahlmühle, Tuchwalke und Schneidemühle betrieben. Nach Einbau einer Turbine erfolgte eine Energieerzeugung bis zur Stilllegung der Mühle 1950. Heute befindet sich hier eine gemütliche Gastwirtschaft. Es dreht sich zwar zur Anschauung wieder ein Mühlenrad, jedoch wird seine Energie nicht mehr genutzt.

Kieselwitzer Mühle

Kieselwitzer Mühle

Die Kieselwitzer Mühle wurde den Bauern von Kieselwitz im 15. Jahrhundert durch das Kloster Neuzelle zugewiesen. Heute erinnet an diese Mühle nur noch der fischreiche Mühlenteich mit seinen angeschlossenen Fischteichen, der auch heute noch ein regional bedeutender Fischaufzuchtbetrieb ist, sowie der rauschende Wasserfall am alten Wehr. 1420 erstmals urkundlich erwähnt, wurde die Kiesewitzer Mühle nach dem Dreißigjährigen Krieg auch als Schneidemühle genutzt. 1659 brannte sie nieder und wurde wieder aufgebaut. 1930 wurde der Mahlbetrieb eingestellt, danach das Sägewerk stillgelegt und zu einer Gaststätte umgebaut, welche bis 1958 in Betrieb war. Die heute für die Forellenaufzucht genutzten Forellenbecken wurden bereits 1902 durch Schweden errichtet.

Schlaubemühle

Die Mühle wurde 1420 erstmals erwähnt und diente den Bauern von Wirchenow zum Mahlen des Korns. Ab dem 16. Jahrhundert kamen Mahlgäste aus den Orten Treppeln, Bahro, Henzendorf, Kobbeln und Göhlen. Unterhalb der Getreidemühle wurde 1750 eine Schneidmühle errichtet. Ab 1945 wurde im ehemaligen Wohnhaus des Müllers eine Gaststätte und später ein Ferienheim betrieben. Heute ist hier das Naturschutzinformationszentrum (regional_koop_verbände) des BUND untergebracht. Die Reste der eigentlichen Mühle wurden vor etwa 50 Jahren endgültig abgerissen. Das Grab des letzten Schlaubemüllers Gustav Lindner (gest. 1942) befindet sich im Wald in der Nähe der Mühle.