Unterwegs im FFH-Gebiet Schlaubetal

Quellen, Mühlen, Seen

Knapp 100 Kilometer südöstlich von Berlin liegt der mit 227 Quadratkilometer zweitkleinste Naturpark Brandenburgs. Was das Gebiet jedoch zu bieten hat, ist wahrhaft großartig, vereint es doch auf kleinstem Raum eine außerordentliche Vielfalt an Lebensräumen und Arten. Eingebettet in naturnahe Buchen- und Traubeneichenwälder sowie ausgedehnte Kiefernforste liegen tief eingeschnitten die Täler von Schlaube und Oelse mit mehreren Seen. Vor allem die wasserreiche Schlaube hat sich abschnittsweise ein steiles Kerbtal gegraben, das an Mittelgebirgsbäche erinnern. Das gesamte Schlaubetal ist Naturschutzgebiet, aber dennoch von zahlreichen Wanderwegen durchzogen. Zahlreiche ehemalige oder noch heute existierende Wassermühlen zeugen von der einstigen Nutzung der Wasserkraft. Die Mühlenstaue wurden teilweise bereits wieder über Fischtreppen in ihrer Zerschneidungswirkung entschärft und wanderende Fischarten können nun wieder aufsteigen. An der Brehmsdorfer Mühle kann man noch ein eindrucksvolles Mühlrad in Aktion beobachten, in der Ragower Mühle kann noch der vollständige Mechanismus einer Wassermühle bestaunt werden.

Tiefe, abflusslose Kessel sowie die Verlandungsbereiche einiger Seen beherbergen wertvolle nährstoffarme Moore mit ihrer charakteristischen, selten gewordenen Vegetation, z.B. am Teufelssee und am Ziskensee. Bekannt sind auch die gespenstisch anmutenden, alten Bauernkiefernwälder auf den Dünen der Mahlheide mit ihren uralten Kiefern mit weit ausladenden Ästen und der kargen Flechtenvegetation am Boden. Die Reicherskreuzer Heide als Teil des ehemaligen sowjetischen Truppenübungplatzes Lieberose vermittelt wiederum ein ganz anderes Bild: Ausgedehnte Zwergstrauchheiden färben sich im Spätsommer rötlich, die aufkommenden Vorwälder aus Birke und Kiefer setzen grüne Akzente. Wiedehopf und Heidelerche fühlen sich hier wohl. Den besten Ausblick hat man von einem Aussichtsturm mitten im Gebiet, gut erreichbar per Fahrrad und Auto. 

Wanderungen zu Fuß

Von der Bremsdorfer Mühle zum Wirchensee (ca. 12 Kilometer)

Wer in einer Tageswanderung den abwechslungreichsten Teil des Schlaubetales erschließen will, dem sei diese Tour empfohlen. Von einem der beiden Parkplätze an der B 246 drei Kilometer westlich von Bremsdorf gelangt man zunächst zur Schlaubemühle (Gaststätte und Jugendherberge). Vorbei am noch intakten Mühlrad dieser im Fachwerkstil errichteten Mühle gelangt man über die Schlaube auf einem schmalen Pfad in ein steiles Kerbtal (Achtung: Fahrräder schieben!). Weiter geht es durch abwechslungsreiche Mischwälder, entlang von Wiesen und Quellmooren zur Kieselwitzer Mühle (Forellenzuchtanlage, Imbiss und Verkauf, Angelmöglichkeit). Am östlichen Ufer der Schlaube schlängelt sich nun der Weg an den Teichen entlang. Linksseitig achte man auf einen wunderbaren Quellkessel und später auf das einmündende Kesselfließ (Holzbrückchen). In munterem Auf und Ab gelangt man schließlich zur Schlaubemühle (Übernachtungsmöglichkeit, vorher anmelden!). In der Nähe liegt am malerischen Wirchensee dem gleichnamigen Sitz der Naturparkverwaltung (kleine Ausstellung, Führungen auf Anmeldung). Der Rückweg ist der gleiche, aber dabei kommt wegen immer wieder wechselnder Ansichten keine Langeweile auf.

Verlängerungsmöglichkeiten:

Man kann die Tour auch am Forsthaus Siehdichum (ca. 4 Kilometer nördlich der Brehmsdorfer Mühle (Parkplatz, Gaststätte) beginnen und wandert dabei zunächst an den Westufern von Hammersee und Großem Treppelsee entlang durch dunkle Buchenwälder, dann weiter wie oben beschrieben. Den Rückweg ab Bremsdorfer Mühle kann man dann alternativ entlang des Ostufers des Treppelsees und am Teufelssee entlang gehen (insgesamt ca. 20 km).

Mehrtageswanderungen:

Wer noch mehr sehen und länger wandern möchte, hat weitere Verlängerungsoptionen. Doch dann sollte man sich mindestens 2 Tage Zeit lassen und unterwegs übernachten. Dazu empfiehlt sich der Beginn der Tour in der Kleinstadt Müllrose. Von dort folgt man dem Wanderweg am Ostufer des Müllroser Sees, überquert nach etwa 3 km die Bahnlinie und weiter geht es vorbei am Behlenzsee zur Ragower Mühle (Gaststätte, kleines sehr sehenswertes Mühlenmuseum!). Hier überquert man erstmals die Schlaube. Durch Mischwälder geht es Richtung Süden, vorbei am ehemaligen Standort der Mittelmühle zum Kupferhammer (Gaststätte). Weiter am Schulzenwasser gelangt man zum oben genannten Forsthaus Siehdichum (Gaststätte). Über den Weg am Westufer des Großen Treppelsees gelangt man zur Bremsdorfer Mühle (Gaststätte, Jugendherberge) und schließt an die oben beschriebene Tagestour an. Übernachten kann man entweder in der DJH oder in der Schlaubemühle. Der Rückweg kann zwischen Bremsdorfer Mühle und Kupferhammer auch auf der anderen Talseite erfolgen. Wer noch mehr Zeit hier verbringen will, kann auch über Chossewitz das nicht weniger schöne Oelsetal erwandern und an verschiedenen Stellen wieder zurück ins Schlaubetal wechseln. Diese Tour (einschließlich Varianten!) kann auch als Fahrradtour gemacht werden. Die Räder sollten allerdings wegen der zahlreichen Steigungen und Abfahrten sowie fast durchweg unbefestigter Wege (z.T. sandig!) "geländegängig" sein (südlich der Bremsdorfer Mühle muss man ca. 1 Kilometer schieben!). Auch hierfür empfiehlt sich eine Übernachtung (Bremsdorfer oder Schlaubemühle).

Wie komme ich hin?

Mit dem Auto: über B 12 Berlin – Frankfurt bis Ast. Müllrose. Zur Bremsdorfer Mühle: Ast. Fürstenwalde Ost nach Beeskow von dort B 246 Richtung Eisenhüttenstadt. Die beschriebenen Zwischenziele sind alle über Nebenstraßen erreichbar.

Mit der Bahn: über Frankfurt/Oder (RE halbstündlich von Berlin), weiter mit ODEG nach Müllrose (Fahrplan beachten!).